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Friedrichshain

Ortsteil Friedrichshain

Friedrichshain ist ein Ortsteil im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, der bis zur Fusion mit Kreuzberg im Jahr 2001 eigenständiger Bezirk war. Er erhielt seinen Namen vom Volkspark Friedrichshain im Norden. Von dort aus erstreckt sich der Ortsteil bis zum Spreeufer im Süden.

Der damalige Bezirk wurde 1920 aus den historischen Gebieten Stralauer Vorstadt, Boxhagen, Stralau, Samariterviertel und östliche Königsstraße gebildet. Bis zur Gründungszeit Groß Berlins verlief die Stadtgrenze noch mitten durch den Bezirk, wovon heute noch die Namen Frankfurter Tor und Oberbaumbrücke zeugen, die einst Zollstationen bezeichneten.

In den 1920 und 1930 Jahren war der Ortsteil eine Hochburg der Sozialdemokraten, was bei der Machtergreifung der Nationalsozialisten zu blutigen Auseinandersetzungen führte. Während dieser wurde das SA-Mitglied Horst Wessel getötet. Diesen Anlass nutzten die Nationalsozialisten um Übergriffe und Morde an politisch Andersdenkenden zu rechtfertigen. Außerdem nannten sie den Bezirk 1933 in Horst-Wessel-Stadt um.

Am Ende des Krieges 1945 waren die Gebäude im Ortsteil stark zerstört. Er bekam den Namen Friedrichshain zurück und wurde Teil der DDR. In diesen Tagen war er ein Industrie und Arbeiterbezirk und beherbergte im Süden unter anderem den Osthafen, der einer der wichtigsten Warenumschlagsplätze Ost-Berlins war. Einige der Kühlhäuser und Läger wurden nach der Wende aufwendig saniert und bieten heute Firmen wie Universal Music und MTV Platz. Auch das Gelände der ehemaligen Glasglühwerke NARVA wurde mit einem Aufwand von über einer Milliarde Euro saniert und heißt heute Oberbaum-City. Hier haben sich vor allem zahlreiche Dienstleistungsunternehmen niedergelassen.

Auch der Gebäudekomplex der ehemaligen Knorr-Bremse AG bietet heute den Büros der Deutschen Rentenversicherung Platz. Hier befindet sich allerdings auch ein Museum der Knorr-Bremse AG. Die Frankfurter Allee wurde im Krieg durch Häuserkämpfe fast vollständig Zerstört. Seit dem Wiederaufbau wird sie durch Bauten im Zuckerbäckerstil geprägt. Zur Wendezeit war der Ortsteil Friedrichshain Schauplatz der Hausbesetzungen, die 1990 mit Straßenschlachten in der Mainzer Straße endeten. Die Hausbesetzerkultur hat in Friedrichshain viele soziokulturelle Einrichtungen wie Bars, Veranstaltungsräume und Videokinos hervorgebracht, die den Ortsteil unter anderem zu dem Szene-Stadtteil machten, der er heute ist. Die Gegend um die Simon-Dach-Straße hat sich seit den 1990er Jahren zu einem gut besuchten Kneipenviertel entwickelt, das immer einen Besuch wert ist. Friedrichshain befindet sich heute in einem fortschreitenden Gentrifizierungsprozess und ist mit seinen fast vollständig sanierten Altbauten einer der schönsten Ortsteile Berlins.

Neben den Szenevierteln gibt es auch sonst viel Sehenswertes, wie beispielsweise die East-Side-Gallery. Das Stück er Berliner Mauer wurde von 118 internationalen Künstlern bemalt und stellt mit 1316 Metern die längste dauerhafte Open-Air-Galerie der Welt dar. Die O2-World ist Heimspielstätte des Eishockeyteams Eisbären Berlin und des Basketballteams Alba Berlin, die dort regelmäßig zu sehen sind. Als optimales Erholungsgebiet gilt der Volkspark Friedrichshain, mit dem schönen Märchenbrunnen, Freizeitangeboten und vielen Denkmälern. Außerdem sind noch viele weitere Sehenswürdigkeiten wie zahlreiche Sakralbauten und die Oberbaumbrücke mit der schon erwähnten Oberbaum-City von einem Apartment Berlin aus zu erkunden.




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Foto: Straßencafé in Friedrichshain | pixelio.de